Einsatz der Nassrutsche

Bei der Nassrutsche handelt es sich um eine ca. 7 Meter lange gekachelte Betonrutsche in einem für Wasser geeigneten badeähnlichen Raum.

Der Einsatz der Nassrutsche ist bestens geeignet für Kinder, die eine "extra Portion" sensorischen Input benötigen und offen sind für die Integration der vermittelten sensorischen Information. Durch den Einsatz der Nassrutsche werden alle 3 Basissinne:

die Tiefenwahrnehmung (Propriozeption), der Schwerkraftsinn (verstibulärer Sinn) und die Berührungswahrnehmung (taktiler Sinn) - angesprochen.

Durch das Wasser und den Schaum nehmen die Kinder am ganzen Körper eine intensive Körpererfahrung auf der Berührungsebene wahr. Im Bereich der Tiefenwahrnehmung (Muskelsinn, Wahrnehmung der Stellung der Gelenke, Kraftdosierung) und in der Wahrung des Gleichgewichtes wird die Haltungssicherheit und die Gleichgewichtsregulierung angesprochen und somit viele Funktionen in der Grobmotorik, was häufig ein Überweisungsgrund für die Ergotherapie ist.

Auf dem Gebiet der Eigenregulierung (der Situation angepasste zentralnervöse Einstellung des Wachheitsgrades des Gehirns/Arousel) kann anschließend an diese intensive Sinneserfahrung, die oft bei Kindern mit einer sensorischen Dysregulierung dann leicht überreguliert sein können, eine speziell dafür entwickelte, einer Massage ähnlich wirkende Somationstechnik und Gelenksapproximation (nach Rega Schaefgen) eingesetzt werden, um eine optimale Integration der zuvor erfahrenen sensorischen Reize auf der Stammhirnebene zu erfahren. Die Eigenwahrnehmung und Selbstregulierung des Körpers werden dadurch erhöht. Dies löst auch ein emotionales Wohlbefinden aus, welches eine andere soziale Interaktion mit der Umwelt zulässt und somit eine, das Selbstbild und das Selbstbewusstsein ansprechende Erfahrung für das Kind sein kann.

Bei Kindern, die sehr verträumt sind, kann der Wachheitsgrad durch den schnellen und neuen Reiz erhöht werden.

Die den Wachheitsgrad regulierende Wirkung der Nassrutsche kann viele Stunden anhalten und gibt somit dem Kind die Möglichkeit, gut gesteuert seinen Tag zu verbringen.

Kinder, die sich aus emotionalen Ursachen nicht gut spüren, erleben eine intensivere sensorische Körpererfahrung, welche durch eine Wiedergabe des Körpers-beispielsweise durch Malen des eigenen Körpers-zusätzlich verstärkt werden kann. Diese Erfahrung würde dem Aufbau eines positiven Selbstbildes dienen.

Der Einsatz der Nassrutsche ist nicht für Kinder geeignet, die gegenüber Berührung (starker Berührungsabwehr) und gegenüber Bewegung (Schwerkraftverunsicherung) stark überempfindlich reagieren. Ebenso erfordert der Einsatz der Nassrutsche einen schon gut vorhandenen Aufbau und eine Regulierung des Tonus (Muskelspannung), um mit einer situationsgerechten Haltungskontrolle und Gleichgewichtsregulierung auf den Einsatz der Rutsche zu reagieren.